Naturheilkunde

Hippokrates von Kos

Naturheilkunde bedeutet:
mit den Mitteln der Natur (be-)handeln

 

Geschichte

Von diesem Grundsatz war das Handeln der „alten“ Ärzte bis Mitte des 19. Jahrhunderts geprägt. Der Begründer dieser Lehre war Hippokrates von Kos (um 460 – 370 v. Chr.), der als der berühmteste Arzt des Altertums gilt. Er erklärte die Krankheiten naturphilosophisch, nämlich aus dem Ungleichgewicht der vier Körpersäfte (Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle). Die Beschränkung auf genau vier Kardinalsäfte basiert auf der Elementenlehre (Erde, Feuer, Luft, Wasser) der vorsokratischen Naturphilosophie.

Auch die Temperamentenlehre mit der Klassifizierung in Melancholiker (schwarze Galle dominiert), Choleriker (gelbe Galle dominiert), Sanguiniker (Blut dominiert) und Phlegmatiker (Schleim dominiert) geht darauf zurück.

Krankheit wurde als Ungleichgewicht der Körpersäfte interpretiert. Die hippokratische Säftelehre war Grundlage vieler Behandlungsmaßnahmen, insbesondere der bis in die frühe Neuzeit üblichen Anwendung von Aderlässen, Schröpfköpfen und Abführmitteln. Hippokrates war außerdem der Ansicht, dass zwischen Körperbau und Charakter ein Zusammenhang bestehe.

Neuzeit

Die hippokratische Lehre, ein Arzt habe sich auf sorgfältige Beobachtung, Befragung und Untersuchung zu stützen und seine Diagnose und Therapie systematisch zu erarbeiten, mutet recht aktuell an. Die Wertschätzung der Anamnese (Vorgeschichte des Patienten), der Lebensumstände und seelischen Situation des Patienten wird von der Naturheilkunde uneingeschränkt fortgesetzt.

Vergleich Naturheilkunde – Schulmedizin

Naturheilkunde bedeutet also nicht nur den Einsatz natürlicher Arzneistoffe, sondern auch die Anwendung dieses naturphilosophischen Denkmodells.

Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts setzte mit der naturwissenschaftlichen Betrachtung des Menschen ein Wandel in der Medizin ein. Der Körperbau und die Zelle wurden mehr und mehr erforscht und zur Basis der Krankheitslehre (Zellularpathologie nach Virchow), wodurch wir heute in der Schulmedizin isoliert Organerkrankungen betrachten können. Diese Entwicklung macht es möglich, dass die Schulmedizin in Fällen Leben retten kann, in denen die Naturheilkunde an ihre Grenzen stösst.

Schulmedizin und Naturheilkunde sind dabei keine Gegensätze, sondern ergänzen sich.

Jedoch in der Art der Behandlung besteht ein beträchtlicher Unterschied, was am Beispiel von Hauterkrankungen gut verdeutlicht werden kann:

In der Schulmedizin wird ein Hautausschlag als Erkrankung der Haut verstanden und daher diese mit Cremes oder anderen Mitteln von aussen behandelt.
In der Naturheilkunde wird die Haut jedoch als eines von vier Ausscheidungsorganen begriffen. In der naturheilkundlichen Behandlung würde man also die Ausscheidung über die Niere, die Leber oder den Darm stimulieren, um die überbeanspruchte Haut zu entlasten.

Im Bemühen, die Funktionsweise des menschlichen Körpers bis in die einzelne Zelle zu verstehen, haben wir die ganzheitliche Betrachtung des Menschen oft hinten angestellt.

Naturheilkunde als ganzheitliche Methodik

Die Naturheilkunde sieht den Menschen als ein System an, in dem die einzelnen Organe miteinander in Beziehung stehen. Gleichzeitig steht der Mensch aber auch in Wechselbeziehung zu seiner Umwelt.

Naturheilkundliche Diagnoseverfahren helfen uns zu ermitteln, wie eine Erkrankung beschaffen und aufgrund welchen Zustandes sie entstanden ist. Im Besonderen sind dies ein ausführliches Gespräch, die Augendiagnose, Pulsdiagnose, Zungendiagnose und andere ganzheitliche Diagnosemöglichkeiten.

Andere naturheilkundliche Modelle

Auch die chinesische Medizin bezieht die naturheilkundliche Betrachtungsweise des Menschen mit ein und praktiziert dieses ganzheitliche Konzept bis heute.

In der chinesischen Medizin hilft die chinesische Puls- und Zungendiagnose, Energiestörungen im Körper zu erkennen.

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